Ein Weg nach vorn inmitten der Corona-Krise
OMD Worldwide
23 März 2020

Unser globaler CEO Florian Adamski zeigt gemeinsam mit führenden Persönlichkeiten aus der Marketing- und Medienbranche einen Weg in die Zukunft auf.

Während sich die globale Gesundheitskrise weiterhin auf Unternehmen aller Größen verheerend auswirkt, kämpfen die Branchenführer um die Anpassung an einen stark veränderten Markt. Es steht außer Frage, dass die Herausforderungen, vor denen sie stehen, beispiellos sind. Und es steht auch außer Frage, dass sie sich ihnen frontal stellen müssen.

Vom Umdenken bei der Arbeitsweise ihrer Mitarbeiter bis hin zum Finden intelligenter, kreativer Wege, um ihren Kunden – und ihren Mitarbeitern – trotz eines Klimas der Angst und Unsicherheit etwas zu bieten, zeigen sie so einen Weg nach vorn.

Als Mitglied des Adweek Advisory Boards hat Florian Adamski zusammen mit führenden Persönlichkeiten aus der Marketing- und Medienbranche Erkenntnisse dazu geteilt.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel von Adweek.

 

Florian Adamski, CEO, OMD Worldwide, Adweek Advisory Board

Inwiefern ähnelt diese Krise Ereignissen wie dem 11. September, dem Hurrikan Sandy oder der Rezession von 2008 – und wie unterscheidet sie sich davon?

Ähnlich insofern, als dass es sich um einen „Schwarzen Schwan“ handelt, der unvorhersehbar ist und Schockwellen durch das Ökosystem sendet. Der Unterschied zum 11. September und Sturm Sandy besteht darin, dass es sich dabei um sehr schwere, aber einzigartige Ereignisse handelte. Die Menschen, Regierungen und die Industrie mussten damit zurechtkommen, aber der Schaden war sichtbar und etwas greifbarer. Die Rezession von 2008 ist ähnlicher: Sie hatte eher langfristige und weniger vorhersehbare Auswirkungen. Aufgrund der eher „technischen Ursache“ konnten bestimmte Tools eingesetzt werden, um die Rezession im Laufe der Zeit zu beheben. Covid-19 dagegen ist vielmehr eine „Test and Learn“-Situation, die mehr Unsicherheiten birgt und fast stündliche Anpassungen erfordert.

Wie hat sich die Pandemie auf Ihr Unternehmen ausgewirkt – in Bezug auf Kunden, Veranstaltungen, Arbeitsplatz etc.?

Umstellung zu einer „Working-from-Home“-Policy: Vor etwa sechs Wochen wurde mit der Verlagerung von physischen zu virtuellen Treffen begonnen. Eingeschränkte Reiserichtlinien. Tägliche digitale Stand-up Meetings mit Kunden und Teams zur Überprüfung des Betriebskontinuitätsmanagements. Tägliche Anpassung der Ausgaben der Kunden und des Media-Mixes. Ständiger Austausch mit lokalen Behörden. Einige Kampagnenaktivitäten wurden unterbrochen, bei anderen fand ein Shift zwischen den Kanälen statt.

Welche kurzfristigen Maßnahmen haben Sie ergriffen, um Ihr Geschäft am Laufen zu halten?

Auf der Ebene des Tagesgeschäfts hat OMD einen Kommunikationsprozess eingeführt, der in der Überzeugung wurzelt, dass in Zeiten wie diesen eine „Überkommunikation“ sinnvoll ist. Unser Prozess umfasst folgende Routinen: Jeden Morgen richtet der Client Lead ein „All-Team Check-in“ aus, bei dem alle Teammitglieder an einer Videokonferenz teilnehmen, um die Prioritäten des Kunden zu überprüfen, über aktuelle Projekte zu informieren und neue Aktivitäten oder Ergebnisse zu besprechen. Beim täglichen „Round-up“ am späten Nachmittag (Video- oder Telefonkonferenz) halten die Client Leads 15-minütige Besprechungen ab, um den Fortschritt bei priorisierten Themen oder bei Problemen und Hindernissen, die deeskaliert werden müssen, zu überprüfen sowie personalbezogene Punkte zu klären. Zusätzlich kommt das OMD-Leadership beim „Sonntag Check-in“ mit den Client Leads für eine 360°-Beurteilung zusammen. Ergänzt wird unser Kommunikationsprozess durch einen wöchentlichen „HR Check-in“ von den Clients Leads.

Welche Änderungen werden Sie langfristig vornehmen müssen?

Unser Unternehmen ist in den letzten zehn Jahren viel agiler geworden. Das gilt für die Art und Weise, wie wir auf die sich ändernden Kundenbedürfnisse reagieren, Verbrauchertrends bewerten und darauf antworten sowie für unsere Mitarbeiter attraktiv bleiben. Es wird notwendig sein, noch mehr Flexibilität zuzulassen. Vieles davon wird durch fortschrittliche Technologie (Kampagnenkäufe/Anpassungen), Kommunikationstools (Kollaborationssoftware, Änderungen in Echtzeit) und klare Prozesse, die die Rollen und Verantwortlichkeiten spezifischer denn je definieren, ermöglicht werden. Aber es wird auch darum gehen, unsere Mitarbeiter auf ein neues Zeitalter ständiger Disruptionen und fließender Veränderungen vorzubereiten.

Was waren bisher Ihre Covid-19-Herausforderungen und Erfolgsgeschichten?

Ständige und häufige Anpassungen der Kanäle und des Media-Mixes. Das Umsetzen oder Aktivieren von Kampagnen mit einer Stunde Vorlaufzeit. Bedeutende Aktualisierungen der schwarzen Listen für digitale Käufe in Echtzeit. Zusätzliche Werbeflächen mit erhöhtem Medienkonsum, die theoretisch die Kosten pro Einheit senken – jedoch war ein großer Teil der zusätzlichen Reichweite nicht nutzbar, da sie nicht als markenadäquat angesehen wurde.

Welche Ratschläge haben Sie für andere in der Branche?

Richten Sie eine ständige Feedback-Schleife mit Ihren Teams und Kunden ein. Seien Sie gegenüber allen Kundengruppen völlig transparent: Niemand hat alle Antworten. Aber wenn Sie das sagen, wird es einfacher, mit dieser Tatsache umzugehen – als ein Vakuum zu schaffen, das von verschiedenen Personen sehr unterschiedlich interpretiert wird. Seien Sie bereit, in dem Moment, in dem sich das Blatt wendet, Vollgas zu geben. Alles wird mit Lichtgeschwindigkeit geschehen, um eventuelle Verlangsamungen auszugleichen. Es wird ein Spiel sein, wer am schnellsten aufholen kann.

Weitere Interviews mit den Branchenexperten aus dem Feature können über diesen Link abgerufen werden.

Bleiben Sie mit unseren wöchentlichen Newslettern auf dem Laufenden [Englisch].

Registrieren Sie sich.
Sie haben sich erfolgreich angemeldet! Vielen Dank!

Um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten und unser Angebot stetig zu verbessern, verwenden wir auf unserer Website Cookies.